Donnerstag, 26.März.2015
Zur Investmentbank zerschlagen
Bei den rund 38.000 Mitarbeitern im Privatkundengeschäft der Deutschen Bank sorgt ein großangelegtes Sparprogramm für Unruhe. Ein Drittel der insgesamt 750 Deutsche-Bank-Filialen könnte geschlossen werden, schreibt die Wirtschaftswoche. Die Bank überprüft derzeit ihre gesamte Strategie, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Im Mittelpunkt der Diskussionen steht dabei das Privatkundengeschäft (Finance Today berichtete). Auf dem Tisch liegen drei Varianten. Eine sieht eine noch stärkere Integration der Postbank in den Konzern vor, die zweite die Abspaltung der Tochter und die radikalste eine komplette Trennung des Privatkundengeschäfts von den übrigen Aktivitäten wie dem Investmentbanking. Die neue "Deutsche Bank" wäre danach eine Investmentbank wie Goldman Sachs und Morgan Stanley, meint die Süddeutsche Zeitung. Das bisherige Privatkundengeschäft würde, zusammen mit der Postbank, abgespalten und später an die Börse gebracht. Die alte Deutsche Bank, „bewundert, gefürchtet und verhasst“, gäbe es nicht mehr. Zur Hauptversammlung am 21. Mai soll eine Entscheidung fallen. Neu ist das alles nicht, so die Welt. Es spräche einiges dafür, dass die Bank zumindest die reicheren Privatkunden behalten wird und allenfalls diejenigen abgibt, die man um die Jahrtausendwende schon einmal für entbehrlich hielt – als man die einfachen Kunden in die Deutsche Bank 24 verschob. Nach einem Kommunikationsdesaster kassierte die Bank die Marke wieder ein, doch die damals geschaffene rechtliche Einheit mit der 24 in der Bankleitzahl lebt bis heute fort.
GRIECHENLAND
EZB verbietet Athen, Anleihen zu kaufen
Griechenland steckt in akuter Finanznot - zuletzt konnte sich das Land nur finanzieren, weil griechische Banken Staatspapiere gekauft haben. Dieser Praxis schiebt die EZB nun einen Riegel vor und erhöht damit zugleich den Druck auf Athen, endlich eine verbindliche Reformliste vorzulegen, so das Manager Magazin. Ab Montag steht Athen ohne liquide Mittel da, schreibt die FAZ.
URTEILE
Von teurer Falschberatung und Finanzwetten
Das Handelsblatt hat die aktuell wichtigen Urteile für Anleger aufgelistet: So muss die Commerzbank einer Stiftung aus NRW Entschädigung zahlen (Finance Today berichtete) und die Bafin darf Akten von Krisenbanken nicht offenlegen.
SCHMIERGELDER
Zürich wieder mal im Zentrum eines Skandals
Brasilianische Ölmanager haben mutmaßlich Millionen Dollar an Schmiergeld bei großen und kleinen Schweizer Banken wie UBS, Credit Suisse und Julius Bär geparkt. Das geht aus behördlichen Protokollen zum Petrobras-Skandal hervor, schreibt die Handelszeitung.
LANDESBANKEN
BayernLB kämpft mit miesen Zahlen
Mit extrem gegenläufigen Ergebnisentwicklungen warten zwei Landesbanken auf. Die Helaba hat 2014 einen Rekordgewinn von 607 Millionen Euro vor Steuern erzielt. Dem steht ein Nettoverlust der BayernLB von 1,3 Milliarden Euro gegenüber. Den Münchenern machen Altlasten wie die Hypo Alpe Adria schwer zu schaffen, so die Börsen-Zeitung.
ABS
Banken trennen sich vom Krisen-Müll
Der Plan von EZB-Präsident Mario Draghi, der europäischen Wirtschaft durch den Ankauf forderungsbesicherter Wertpapiere (ABS) Rückenwind zu verschaffen, scheint zu funktionieren. Seit November hat die EZB solche Papiere im Wert von vier Milliarden Euro angekauft, und die Preise auf das höchste Niveau seit mehr als sieben Jahren getrieben. Dies hat Banken von Mizuho Financial Group bis zu Caisse Centrale du Credit Immobilier de France dazu ermutigt, sich von Anleihen zu trennen, an denen sie seit der Finanzkrise festgehalten haben, so Bloomberg.
BLACKROCK
Dann lieber Aktien
US-Staatsanleihen beginnen, ihren Vorteil einzubüßen. Zehnjährige Treasuries rentieren nur noch ein Prozentpunkt mehr als der Durchschnitt der G7-Länder. Blackrock empfiehlt Investoren laut Bloomberg, lieber Aktien statt US-Staatsanleihen zu kaufen.
PAYPAL
Verstöße gegen US-Sanktionen
Wegen Begünstigung von Verstößen gegen US-Sanktionen gegen Staaten wie den Iran zahlt PayPal 7,7 Millionen Dollar an Strafe, so das Handelsblatt. Der Online-Bezahldienst habe einem entsprechenden Vergleich zugestimmt, teilte die Exportkontrollbehörde mit.
BERKSHIRE HATHAWAY
Warum Buffett sich auf G3 einlässt
Warren Buffett, Super-Investor, lässt sich mit der brasilianischen Private-Equity-Firma 3G ein, um Kraft und Heinz zu fusionieren, obwohl er eigentlich was gegen Private-Equity-Firmen hat und wettert: “In Wahrheit ist `Equity´ ein schmutziges Wort für viele Private-Equity-Investoren; was die nämlich lieben, sind Schulden.“ Warum Buffett 3G dennoch akzeptiert, weiß die Neue Zürcher Zeitung.
Shortcuts aus der Finanzbranche
Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte überraschend deutlich um 1,1 Zähler auf 107,9 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit Juli 2014. BZ Die Vorstandschefs der 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen haben im vergangenen Jahr so viel verdient wie noch nie. Im Durchschnitt erhielten sie jeweils 5,9 Millionen Euro, nach 5,4 Millionen Euro ein Jahr zuvor. FR Die Zürcher Bank Vontobel erwirbt eine Beteiligung von 60 Prozent an TwentyFour Asset Management in Großbritannien. Finews Die US-Staatsanwaltschaft fordert wegen Steuerbetrugs fünf Jahre und eine Buße von 125 000 Dollar für den früheren Schweizer Spitzenbanker der Credit Suisse Josef Dörig. HZ Der Preis für den Anleger-Liebling Palladium sinkt weiter, das Edelmetall hat seit Jahresbeginn rund vier Prozent verloren. NZZ
1.
GEMEINSCHAFTSWÄHRUNG UNTER DRUCK
Aus diesen drei Gründen fällt der Euro
Die Aktienmärkte auf dem alten Kontinent boomen, viel Geld strömt von Investoren aus dem außer-europäischen Ausland an die hiesigen Börsen. Müsste das nicht eigentlich auch dem Euro Auftrieb geben?, fragt das Manager Magazin und antwortet mit drei soliden Gründen.
2.
SCHLECHTE ANLAGEBERATUNG
Commerzbank muss Stiftung entschädigen
Banken sollen gemeinnützige Stiftungen besonders akkurat beraten. Jetzt muss ein Institut für den Schaden aufkommen, nachdem ein Investment in einem Immobilienfonds floppte. Der Fall betrifft viele, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
3.
ROHSTOFF
"Was ist Gold wert?" - "Nichts"
Erwin Heri, Schweizer Finanzprofessor, geht der Frage nach, was das gelbe Edelmetall eigentlich wert ist. Denn für die einen ist Gold alles, für die anderen gar nichts. Zu letzteren gehört auch Großinvestor Warren Buffett. Für ihn definiert sich der Wert eines Aktivums aus dem Ertragspotenzial, erklärt Finews.

TITELTHEMA
Das Fünf-Milliarden-Loch
Die marode Bank Hypo Alpe Adria beschert deutschen Banken riesige Verluste - und belastet die deutsch-österreichischen Beziehungen. Die Garantien des Bundeslandes Kärnten erweisen sich in der Stunde der Not als wertlos.

Lesen Sie die 6-Uhr-Ausgabe der Handelsblatt Live frisch aus dem Newsroom in New York
Weitere Informationen zur App Handelsblatt Live
Handelsblatt vierwöchiges Miniabo  Die aktuelle Ausgabe für 1,79 € direkt zum Download
Die fünf besten Garantiefonds im vwd funds service, sortiert nach Wertentwicklung über fünf Jahre
Fondsname     KVG     Performance Rücknahmepreis Datum
Deka-ZielGarant 2046-2049 Deka International S.A. 55,63% 109,67
steigender Kurs
24.03.2015
Deka-ZielGarant 2050-2053 Deka International S.A. 53,69% 106,74
steigender Kurs
24.03.2015
Deka-ZielGarant 2042-2045 Deka International S.A. 52,14% 106,66
steigender Kurs
24.03.2015
UniProfiAnlage (2025) Union Investment Luxembourg S.A. 51,02% 126,02
steigender Kurs
23.03.2015
UniProfiAnlage (2024) Union Investment Luxembourg S.A. 50,32% 118,19
steigender Kurs
23.03.2015
IMMOBILIENPREISE
Deutlich zu teuer
Jens Weidmann, Bundesbank-Präsident warnt laut Süddeutsche Zeitung vor den Folgen steigender Immobilienpreise. Daten legten nahe, dass es in deutschen Städten mittlerweile deutliche Übertreibungen gebe. "Wir gehen davon aus, dass die Preise zwischen zehn und 20 Prozent über den Werten liegen, die fundamental zu rechtfertigen wären". Die lockere Geldpolitik bläst die Immobilienblase in Deutschland auf, findet das Wall Street Journal. Laut dem im Februar veröffentlichten vierteljährlichen Barometer des Verbands Deutscher Pfandbriefbanken haben sich Wohnimmobilien in Deutschland 2014 so stark verteuert wie seit mindestens zehn Jahren nicht mehr, wie das Handelsblatt erläutert.
WÖLBERN INVEST
Zwölf Jahre Haft gefordert
Heinrich Maria Schulte, der frühere Chef des Fondsemissionshauses Wölbern Invest, soll für zwölf Jahre hinter Gitter. Das sagte Staatsanwalt Heyner Heyen in seinem abschließenden Plädoyer im Landgericht Hamburg; er wirft Schulte gewerbsmäßige Untreue in großem Stil vor, so das Manager Magazin.
SAL. OPPENHEIM-PROZESS
Esch kauft sich frei
Josef Esch, Bauunternehmer, kann im Untreue-Prozess um die ehemalige Führung der Privatbank Sal. Oppenheim einen Erfolg feiern. Der Vorwurf der Beihilfe gegen Esch wird fallengelassen – gegen eine Millionenzahlung, so das Handelsblatt.
BANKGEHEIMNIS
Keine Alternative zur Weißgeldstrategie
Axel Weber, UBS-Verwaltungsratschef, diskutiert mit Ex-Finanzminister Peer Steinbrück über Steuerehrlichkeit und den Finanzplatz Schweiz. Die Weißgeldstrategie sei irgendwann alternativlos geworden, sagte Weber laut Handelsblatt.
GOOGLE
Neue Finanzchefin und 65 Milliarden Dollar als Reserve
Ruth Porat soll nach einer 28-jährigen Karriere bei Morgan Stanley ab Ende Mai die Finanzgeschicke Googles managen (Finance Today berichtete). Das Unternehmen kann die Dame gut gebrauchen, findet das Manager Magazin: Die Investoren dürften zunehmend fragen, was Google eigentlich mit den Kapitalreserven in Höhe von 65 Milliarden Dollar im Schilde führt.
FRANKENSCHOCK
Das Glück des Tüchtigen
Viele der Goliaths haben verloren, ein David hat gewonnen: Von der Firma X-Trade Brokers in Warschau hat hierzulande wohl noch niemand etwas gehört, schließlich verdiente sie in 2013 im ganzen Jahr so viel wie die Citi in 14 Stunden. Die Schweizerische Nationalbank und der von ihr verursachte Frankenschock haben das geändert. Der Währungshändler war gut vorbereitet und hat dick kassiert, während Riesen wie die Citigroup schwer geblutet haben, so Bloomberg. Glück habe dabei keine Rolle gespielt, wohl aber gute Vorbereitung und Analyse.
Fügen Sie bitte die E-Mail-Adresse news@kompakt.handelsblatt-service.com Ihrem Adressbuch oder der Liste sicherer Absender hinzu. Dadurch stellen Sie sicher, dass unsere Mail Sie auch in Zukunft erreicht.

Dieser Newsletter wurde an max.mustermann@financetoday.handelsblatt.com gesendet. Wollen Sie diesen Newsletter in Zukunft nicht mehr erhalten, klicken Sie bitte hier.
Verantwortlicher im Sinne des § 55 Abs. 2 RStV: Jürgen Röder
Handelsblatt GmbH, Kasernenstr. 67, 40213 Düsseldorf
Geschäftsführer: Gabor Steingart (Vorsitzender), Frank Dopheide, Claudia Michalski, Ingo Rieper
AG Düsseldorf HRB 38183, UID: DE 812813090
Verantwortlich für die Anzeigen: iq media marketing GmbH, Kasernenstraße 67, 40213 Düsseldorf
Internet: www.iqm.de